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Elon Musk und die künstliche Intelligenz

 

Lesedauer = ca. 3 Minuten

 

Künstliche Intelligenz ist spätestens seit Googles I/O Konferenz das Top-Thema in Technologiekreisen. Denn ihr wird nachgesagt, unsere Welt dramatisch verändern zu können. Zum Guten, wie zum Schlechten. Ein kurzer Überblick des aktuellen Diskussionsstands, inspiriert von Elon Musks Auftritt auf der Bühne der Code Conference.

 

Aufgepasst: Dieser Text beinhaltet zahlreiche Links, die ich während meiner Recherchen der letzten Wochen und Monate gesammelt habe. Darin steckt einiges an Zusatzinformationen für Interessierte!

 

Auf der diesjährigen Code Conference versammelte sich die Crème de la Crème der Tech-Branche. Den vielleicht denkwürdigsten (im Wortsinne!) Auftritt hatte für meine Begriffe Elon Musk. In seinem Gespräch mit Kara Swisher und Walt Mossberg (hier in voller Länge) spricht der Tesla & Space X Gründer über eine Vielzahl von Themen, darunter seine Pläne für die Mars-Kolonisierung, seine Gigafactory und über Nick Bostroms bekannte Simulationshypothese.

 

Besonders bemerkenswert sind allerdings seine Gedanken zu künstlicher Intelligenz. Wer die Debatte um das Thema verfolgt hat, weiß, dass Musk zu den warnenden Stimmen gehört – wie z.B. auch Bill Gates und Stephen Hawking. Die Befürchtung, aufs Knappeste reduziert, lautet: Künstliche Intelligenz stellt, in einigen der möglichen Szenarien, eine existentielle Bedrohung für den Menschen dar, sobald sie ein übermenschliches Intelligenzlevel erreicht. Wer sich noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hat, dem sei Wait But Why’s Zweiteiler zum Thema empfohlen.

 

Im oben zu sehenden Video erklärt Musk, woher seine Skepsis rührt. Außerdem stellt er heraus, dass selbst in Szenarien, in denen AI nicht à la Skynet die Menschheit auslöscht, bereits ihre Zentralisierung in der Hand weniger Organisationen höchst bedrohlich ist. Wer meinen Beitrag über Googles Zukunftspläne gelesen hat, dem fällt dabei natürlich als erstes der (ehemalige?) Suchmaschinenbetreiber ein. Warum man in diesem Spiel auch Amazon auf der Agenda haben sollte, erklären Ben Thompson & James Allworth in dieser Ausgabe des exponent.fm Podcasts.

 

Doch Musk wäre nicht Musk – und für mein Dafürhalten einer der weitsichtigsten Akteure der Technologiebranche – wenn er sich nicht auch über Lösungsansätze Gedanken machen würde. Zum einen unterstützt er bekanntermaßen die Entwicklung offen zugänglicher, transparenter künstlicher Intelligenzen mit OpenAI. Außerdem glaubt er, dass AI verteilt – sprich dezentral organisiert – sein sollte. Auf diesen Aspekt geht er denn auch am Ende des Gesprächs nochmal ein.

 

Gefragt, von welcher Technologie er glaube, dass jemand an ihr arbeiten sollte, redet er von ‚Neural Lace‚. Damit meint er eine direkt mit unserem Gehirn verbundene, künstliche Intelligenz (keine Sorge, schon heute wird daran experimentell gearbeitet und es erfordert nur eine Injektion. Schädeldecken-OPs sind also wohl nicht von Nöten). Auf Twitter hat er diese Aussage später nochmal bekräftigt:

 

 

Was wie aus einem Science-Fiction-Movie klingt, sind heute de facto realistische Zukunftsszenarien. Zumindest, wenn das exponentielle Wachstum unserer technologischen Fähigkeiten nicht zeitnah endet. Stuart Armstrong, der sich in seinem Vortrag auf dem Singularity Summit 2012 (Video) ausführlich und kritisch mit Expertenvorhersagen über das Erreichen von AGI (Artificial General Intelligence = KI auf menschlichem Level) beschäftigt hat, fasst es gut zusammen, wenn er sagt:

„My current 80% estimate is something like five to a hundred years“

Wir befinden also mitten in der Domäne des Ungewissen, doch alleine die aktuelle Entwicklung – von Google I/O bis hin zu Musks warnenden Worten – zeigt, dass mit Nachdruck an dem Thema gearbeitet wird. Für mich allemal Grund genug, das Thema weiter mit Argusaugen zu beobachten.

 

 

Dies ist ein Ausschnitt meiner (i.d.R.) wöchentlichen Kolumne Recommended Reading, die auf LinkedIn erscheint. Vernetzen Sie sich dort gerne mit mir, wenn Sie auch künftige Ausgaben lesen wollen!

 

Der Autor

 

Thomas Euler

Portrait Thomas Euler

Thomas Euler ist Geschäftsführer der Eck Consulting GmbH. Zuvor hat er als Mitarbeiter der ersten Stunde von Klaus Eck vielfältige Erfahrungen in den unterschiedlichsten Branchen gesammelt. Dabei begleitete das Unternehmen bereits durch mehrere Etappen seiner Entwicklung. Den Schwerpunkt seiner Beratertätigkeit sieht er im Lösen analytisch-strategischer Managementaufgaben der Digital Economy.

 

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